Indonesia: Time

I had to look up how long I’ve been traveling for just now. It’s been three weeks and three days. It feels much longer, just as I’m sure it feels like nothing to everybody else. I know how fast a week can go by: it’s Sunday evening and you’re dreading the next day. Then Monday morning comes around and it’s not so bad, you catch up with your colleagues about the weekend, Tuesday goes by in a flash of busy-ness, Wednesday is over before you can blink, Thursday already feels like the end of the week and on Friday you leave early and suddenly you’re sleeping in and having coffee in your PJs on the couch again, and where did that week disappear to?!?

When I travel, every day is different. Each one is a precious, unique, multi-facetted jewel, a generous gift that cannot be lived again. I’m aware of every  moment, every minute is experienced fully. My mind is constantly occupied – finding context, learning, taking stock, trying to press that experience into memory:

A yellow frangipani blossom on the hard-packed, cracked earth. An offering of petals on a banana leaf in a doorway. The way the sunlight filters through the foliage of a giant banyan tree. The smell of grilled meat, gasoline and dust. The bite of the freshly ground coffee on my tongue. The giggles of schoolgirls in brown-and-yellow uniforms after they call out a greeting in English. Coloured lights dancing in the wind. The lapping of waves on stone steps. The feeling of the breeze on my sweaty skin. The rustling of palm fronds and how it sounds like rain is dropping onto them. The cackle of a tiny, bulge-eyed gecko. Bumpy roads in an ancient minivan, pressed to my neighbour’s body as we sit five in one row. The lazy humming of the fans. The way the mirror-like surface of the lake stretches silently out around me as the sweet, warm water supports my drifting body and a dragonfly hovers over my face.

I’m hoping to store as many impressions in my active memory as possible. And I get up early. And I enjoy. And I look closely. And I talk. And I ask questions. Every day has fourty awake hours and the nights are for deep sleep and rest.

I’m not sure how this state of being awake, of  experiencing fully, can be translated into everyday life – maybe it just cannot. Maybe this is why travelling is special, why it is important: You have more time. You are more aware of time. You use time more fully. And you return with pockets full of sparkling jewels that make your life shine more brightly.

Indonesien: Zeit

Ich musste gerade nachschauen, wie lange ich bereits unterwegs bin. Es sind drei Wochen und drei Tage. Es fühlt sich viel länger an, genauso wie es sich für alle anderen wahrscheinlich nach gar nichts anfühlt. Ich weiß, wie schnell eine Woche vergehen kann: es ist Sonntag abend und du hast so was von keine Lust auf den nächsten Tag. Dann ist es Montag und es ist alles nicht so schlimm, du tauschst dich mit den Kolleg_innen über das Wochenende aus, Dienstag geht in Beschäftigt-sein vorbei, Mittwoch ist rum bevor du blinzeln kannst und Donnerstag fühlt sich bereits wie das Ende der Woche an. Am Freitag gehst du früher von der Arbeit und plötzlich schläfst du aus und trinkst deinen Kaffee wieder im Schlafanzug auf der Couch und wo ist diese Woche geblieben?!?

Wenn ich reise, ist jeder Tag anders. Jeder ist ein wertvolles, einzigartiges, vielseitiges Juwel, ein Geschenk das nicht wiederholt werden kann. Ich bin mit jedes Moments bewußt, jede Minute wird ganz erlebt und mein Kopf ist die ganze Zeit damit beschäftigt, Kontext zu finden, zu lernen, Bestandsaufnahmen zu machen, zu versuchen, jeden Moment in eine Erinnerung zu verwandeln:

Eine gelbe Frangipani-Blüte auf dem kompakten, rissigen Boden. Eine Opfergabe in Form von  Blütenblättern auf einem Bananenblatt auf einer Türschwelle. Wie das Sonnenlicht durch das Blätterdach eines riesigen Banyan-Baumes fällt. Der Geruch nach gegrilltem Fleisch, Gas und Staub. Der Biss des frisch gemahlenen Kaffees auf meiner Zunge. Das Kichern von Schulmädchen in gelb-und-braunen Uniformen nachdem sie mir einen englischen Gruß zurufen. Bunte Lichter die im Wind tanzen. Das Lecken der Wellen an Steinstufen. Eine kühle Brise auf meiner schweißbedeckten Haut. Das Rascheln der Palmblätter und das es sich anhört, als ob Regentropfen auf sie fallen. Das Keckern eines winzigen Geckos. Holprige Straßen in einem uralten Kleinbus, an den Körper meiner Nachbarin gepresst weil wir zu fünft in einer Reihe sitzen. Das gemütliche Brummen der Ventilatoren. Wie die spiegelgleiche Oberfläche des Sees sich um mich herum erstreckt, während das warme, süße Wasser meinen treibenden Körper trägt und eine Libelle über meinem Gesicht schwebt.

Ich versuche, so viele Eindrücke wie möglich in aktive Erinnerungen zu verwandeln. Und ich stehe früh auf. Und ich genieße. Und ich schaue genau hin. Und ich rede. Und ich stelle Fragen. Jeder Tag hat vierzig wache Stunden. Und die Nächte sind für tiefen Schlaf und Erholung da.

Ich bin mir nicht sicher, wie sich dieser Zustand des Wachseins, des vollen Erlebens, in den Alltag übersetzen lässt – vielleicht geht es gar nicht. Vielleicht ist reisen deshalb etwas Besonderes, deshalb so wichtig: du hat mehr Zeit. Du bist dir der Zeit mehr bewusst. Du lebst voller. Und du kommst zurück mit deinen Taschen voller funkelnder Juwelen, die dein Leben heller leuchten lassen.

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About wordsurfer

writer, ex-teacher, human rights believer & fighter, traveller, adventure-seeker, freedom lover, global citizen. big on daydreams, less so on reality.

Posted on March 21, 2017, in day-to-day. Bookmark the permalink. Leave a comment.

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